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Rückblick: Inside Research 23.06.2026

Wie vielfältig ist die moderne Wirtschaftsforschung?

Ein Abend mit Björn Höppner (何雄) & Oleksii Hamaniuk

Am vergangenen Dienstag hieß es bei unserem Format Inside Research wieder: Bühne frei für die Wissenschaft!
Zwei herausragende PhD-Forschende der Bonn Graduate School of Economics (BGSE) gaben uns spannende Einblicke in ihre Arbeit und bewiesen eindrucksvoll, wie breit gefächert und praxisnah moderne ökonomische Forschung sein kann.

  • Gemeinsam organisiert mit der Fachschaft VWL
  • Zwei Vorträge aus aktueller Forschung
  • Networking & Get-Together

Unsichtbaren Verhalten auf der Spur

Björn Höppner (何雄) widmet sich in seiner Arbeit einem klassischen ökonometrischen Problem: Wie analysiert man komplexe Konsumentscheidungen (wie beispielsweise den Kauf eines Hauses), wenn sich Menschen in Eigenschaften unterscheiden, die statistisch nicht direkt beobachtbar sind?

Björns innovativer Lösungsansatz: Er gruppiert Individuen in sogenannte „latente Cluster“ mit ähnlichen Verhaltensmustern. Das macht das Problem selbst bei begrenzter Datenlage mathematisch handhabbar. Neben der reinen Theorie teilte Björn auch ganz persönliche Einblicke in seinen Forschungsalltag:

Wie entstehen überhaupt gute Ideen? Und warum ist der regelmäßige Austausch – zum Beispiel in Reading Groups – so unverzichtbar?

Für Björn steht im Herbst ein großer Karriereschritt an: Er wechselt als Assistant Professor an die University of Amsterdam. Wir gratulieren herzlich und wünschen ihm für diesen Weg alles Gute!

Gastronomie als Frühindikator für Gentrifizierung

Oleksii Hamaniuk zeigte, wie ökonomische Methoden drängende Fragen der Stadtplanung beantworten können. Anhand von Daten aus Berlin untersuchte er gemeinsam mit seinen Co-Autoren, ob die Schaffung neuer Grünflächen die lokale Gastronomielandschaft verändert und so die Gentrifizierung in Stadtteilen beeinflusst.

Das verblüffende Ergebnis: Nach Begrünungsmaßnahmen sinkt der Anteil ausländischer Gastronomie messbar, während deutsche Restaurants an Marktanteil gewinnen. Das Besondere daran: Diese Verschiebung in der Restaurantstruktur findet statt, bevor die Mieten im Viertel überhaupt steigen. Die veränderte Gastro-Szene lässt sich somit als verlässlicher Frühindikator für eine bevorstehende Gentrifizierung deuten.

Auch für Oleksii geht es spannend weiter: Er wird künftig als Non-Resident Research Fellow am Kyiv School of Economics Institute tätig sein. Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg!

Ein großes Dankeschön geht an Björn Höppner (何雄) und Oleksii Hamaniuk für ihre Offenheit und an Luca Michels für die hervorragende Moderation des Abends. Wie viel Gesprächsstoff gute Forschung liefert, zeigte sich beim anschließenden Get-Together im Innenhof des Juridicums:
Selbst bei sommerlichen 30 Grad wurde noch bis in den Abend hinein intensiv diskutiert und genetworkt.

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